
Zoltun Kulles mächtigste und gefährlichste Schöpfung – ein Beispiel dafür, wie gefährlich der Versuch sein kann, die Mächte des Ewigen Konflikts in einem einzigen Artefakt zu kontrollieren.
Anders als die drei klassischen Seelensteine war er nicht darauf ausgelegt, nur ein einzelnes Großes Übel zu binden. Kulle wollte einen Stein erschaffen, der die Essenzen mehrerer Engel und Dämonen zugleich aufnehmen konnte.
Überliefert · nach Diablo Wiki (Fandom)
Der Schwarze Seelenstein war ein von Zoltun Kulle erschaffenes Artefakt, das die ursprünglichen Seelensteine der Horadrim übertreffen sollte.
Anders als die drei klassischen Seelensteine war er nicht darauf ausgelegt, nur ein einzelnes Großes Übel zu binden. Kulle wollte einen Stein erschaffen, der die Essenzen mehrerer Engel und Dämonen zugleich aufnehmen konnte.
Damit wurde der Schwarze Seelenstein zu einem der mächtigsten – und gefährlichsten – Artefakte seiner Zeit.
Während der Jagd der Horadrim nach den drei Großen Übeln war Zoltun Kulle damit betraut, die ursprünglichen Seelensteine zu tragen. Über lange Zeit hinweg studierte er ihre Macht.
Nachdem Diablo, Mephisto und Baal schließlich gebunden worden waren, veränderte sich Kulle. Er zog sich zurück und errichtete tief unter den Sanden Kehjistans seine eigenen Archive.
Jered Cain vermutete später, dass Kulle von den Seelensteinen besessen geworden war und versuchte, ein eigenes Artefakt nach ihrem Vorbild zu erschaffen. Sein Ziel war der Schwarze Seelenstein.
Tyrael ging später davon aus, dass Kulle während der Dunklen Verbannung die ursprünglichen drei Seelensteine so intensiv untersucht hatte, dass er deren Funktionsweise nachvollziehen konnte.
Der Schwarze Seelenstein war damit kein ursprüngliches Artefakt derselben Art, sondern ein von Menschen geschaffenes Gegenstück. Wie genau Kulle ihn herstellte, blieb jedoch unklar.
Deckard Cain fand verschiedene Überlieferungen über seine Entstehung. Eine behauptete, Kulle habe den Stein aus den Knochen gefallener Magier geschmiedet. Eine andere besagte, dass er sein eigenes Blut entnahm und zu dem Artefakt kristallisierte. Welche dieser Geschichten der Wahrheit entspricht, ist nicht bekannt.
Kulle wollte die Beschränkungen der ursprünglichen Seelensteine überwinden. Sein Schwarzer Seelenstein sollte mehrere Essenzen gleichzeitig aufnehmen können.
Dieses Ziel erreichte er grundsätzlich – doch das Artefakt war nicht vollkommen. Der Stein konnte die darin gebundenen Essenzen nicht dauerhaft stabil halten. Damit war er zugleich mächtiger und gefährlicher als seine Vorbilder.
Nach eigener Aussage wollte Kulle den Schwarzen Seelenstein nutzen, um die Menschheit aus dem Einfluss von Himmel und Hölle zu befreien. Er betrachtete beide Seiten des Ewigen Konflikts als Bedrohung.
Mit der Macht des Steins wollte er die Vorherrschaft beider Reiche brechen und der Menschheit ermöglichen, ihr Nephalem-Erbe vollständig zurückzugewinnen. In seinen Augen hätte dies zu einem goldenen Zeitalter geführt, in dem die Menschheit weder Engeln noch Dämonen unterworfen gewesen wäre.
Die übrigen Horadrim sahen Kulles Experimente jedoch als Gefahr. Sie befürchteten, dass seine Forschungen ihn letztlich nahezu unsterblich machen könnten.
Daraufhin töteten sie ihn. Sein Kopf wurde von seinem Körper getrennt und sein Blut entzogen. Doch damit endete die Geschichte des Schwarzen Seelensteins nicht.
Jahrhunderte später wurde Zoltun Kulle vom Nephalem wiederbelebt. Dieser benötigte Kulles Wissen, um den Schwarzen Seelenstein zu finden und gegen Belial und Azmodan einzusetzen.
Kulle erklärte sich bereit, den Weg zu dem Artefakt zu weisen. Zu diesem Zeitpunkt war der Stein jedoch bereits zu etwas weit Größerem geworden.
Adria hatte schon seit Diablos Erwachen in Tristram von der Existenz des Schwarzen Seelensteins gewusst. Sie sorgte dafür, dass die Essenzen der bereits besiegten Großen Übel mit dem Artefakt verbunden wurden.
Als der Schwarze Seelenstein vollendet war, wurden die Essenzen von Diablo, Mephisto, Baal, Andariel und Duriel in ihn gezogen. Damit enthielt der Stein bereits fünf der sieben Großen Übel.
Als Kulle erkannte, was mit seinem Artefakt geschehen war, versuchte er, den Stein seinen ehemaligen Verbündeten vorzuenthalten. Er wurde jedoch besiegt.
Anschließend wurde der Schwarze Seelenstein dazu benutzt, Belial zu binden. Damit befanden sich sechs Große Übel in ihm. Der Stein wurde zunehmend instabil. Leah, die ihn bewachte, bemerkte, dass er immer heißer wurde und dass die darin gefangenen Übel zu ihr flüsterten.
Schließlich wurde auch Azmodan nach seiner Niederlage in dem Stein eingeschlossen. Damit waren alle sieben Großen Übel vereint.
Adria offenbarte daraufhin ihren eigentlichen Plan. Leah war von Anfang an als Gefäß für Diablo vorgesehen gewesen.
Die Essenzen aller sieben Großen Übel wurden aus dem Schwarzen Seelenstein in Leah übertragen. Dadurch wurde Diablo in einer neuen Form wiedergeboren: als ein einziges Urübel, das die Macht aller sieben Übel in sich vereinte.
Diablo griff anschließend die Hohen Himmel an. Der Nephalem stellte sich ihm entgegen und besiegte ihn.
Als Diablos Körper zerfiel, fiel der Schwarze Seelenstein aus den Hohen Himmeln hinab. Doch die Essenzen der sieben Übel blieben weiterhin an das Artefakt gebunden.
Der Schwarze Seelenstein blieb zunächst in den Hohen Himmeln. Doch seine Anwesenheit begann dort selbst die Engel und ihre Umgebung zu beeinflussen.
Tyrael erkannte als einer der Ersten, dass der Stein die Hohen Himmel korrumpierte. Sogar der Kristallbogen wurde von seinem Einfluss erfasst.
Der Angiris-Rat war uneinig darüber, wie mit dem Stein verfahren werden sollte. Imperius wollte ihn zerstören. Auriel wollte ihn versiegeln. Itherael konnte keine eindeutige Entscheidung treffen. Tyrael wollte den Stein aus den Hohen Himmeln entfernen.
Da er von Menschen erschaffen worden war und sich grundlegend von den ursprünglichen Seelensteinen unterschied, war zudem unklar, ob er überhaupt sicher zerstört werden konnte.
Tyrael entschied schließlich, den Schwarzen Seelenstein nicht länger im Himmel zu belassen. Mit Hilfe der neu gegründeten Horadrim brachte er das Artefakt zurück nach Sanktuario.
Dort sollte es an einem Ort verborgen werden, an dem weder Engel noch Dämonen leicht darauf zugreifen konnten. Als Versteck wurde das Grab des Rakkis gewählt.
Noch bevor der Schwarze Seelenstein endgültig verborgen werden konnte, erschien Malthael. Der ehemalige Erzengel der Weisheit hatte inzwischen die Rolle des Aspekts des Todes angenommen.
Er tötete fast alle anwesenden Horadrim, setzte Tyrael außer Gefecht und nahm den Schwarzen Seelenstein an sich. Lediglich Lorath Nahr überlebte.
Malthael veränderte den Schwarzen Seelenstein grundlegend. Er verwandelte ihn in eine gewaltige Seelenfalle, die dämonische Essenz aus allen Wesen einer ganzen Existenzebene herausreißen konnte.
Sein Ziel war die Menschheit. Da Menschen von den Nephalem abstammen und damit auch dämonische Essenz in sich tragen, wollte Malthael diese aus jedem Menschen Sanktuarios entfernen. Der Vorgang hätte Körper und Seele der Betroffenen auseinandergerissen und sie getötet.
Der Nephalem erreichte schließlich Malthael in der Festung des Pandämoniums. Im Verlauf des Kampfes rief Malthael den Schwarzen Seelenstein zu sich zurück.
In einem letzten Versuch, den Nephalem zu besiegen, zerbrach er das Artefakt und nahm dessen Splitter in seinen eigenen Körper auf. Dadurch übernahm er die Macht der darin gebundenen Großen Übel. Doch selbst das reichte nicht aus. Malthael wurde besiegt.
Mit Malthaels Tod wurde auch Diablo wieder freigesetzt. Zu diesem Zeitpunkt trug er weiterhin die Essenzen der übrigen Großen Übel in sich.
Später konnten sich die einzelnen Übel jedoch wieder voneinander lösen. Damit endete die Geschichte des Schwarzen Seelensteins als vollständiges Artefakt.
Seine Zerstörung bedeutete jedoch nicht, dass seine Macht verschwand. Fragmente des Schwarzen Seelensteins wurden über Sanktuario verstreut.
Diese Seelensplitter enthielten weiterhin Essenzen der Großen Übel und besaßen entsprechend große Macht. Nephalem suchten gezielt nach diesen Fragmenten – mussten dabei jedoch vorsichtig sein, da die in ihnen gebundene Macht weiterhin Einfluss ausüben konnte.
Der Schwarze Seelenstein war ursprünglich als Werkzeug gedacht, um die Macht von Himmel und Hölle zu brechen. Tatsächlich wurde er jedoch selbst zum Mittelpunkt mehrerer Katastrophen.
Er vereinte die sieben Großen Übel. Er ermöglichte Diablos Wiedergeburt als Urübel. Er verdarb die Hohen Himmel. Und schließlich wurde er von Malthael in eine Waffe verwandelt, die beinahe die gesamte Menschheit ausgelöscht hätte.
Damit wurde der Schwarze Seelenstein zu einem Beispiel dafür, wie gefährlich der Versuch sein kann, die Mächte des Ewigen Konflikts in einem einzigen Artefakt zu kontrollieren.