
Das ungeteilte Wesen am Anfang der Schöpfung – aus seiner Trennung von Tathamet gingen das Universum, die Hohen Himmel und der Weltenstein hervor.
Am Anfang stand kein Ort, sondern ein einziges Wesen, in dem alle Gegensätze der Existenz vereint waren.
Überliefert · nach Diablo Wiki (Fandom)
Anu gilt in der Schöpfungsmythologie Sanktuarios als das erste Wesen und als Ursprung der späteren Ordnung des Universums. Die überlieferten Geschichten beschreiben ihn nicht einfach als Gottheit im klassischen Sinn, sondern als ein Wesen, das ursprünglich alle Gegensätze in sich vereinte: Licht und Dunkelheit, Gut und Böse, Freude und Leid, das Stoffliche und das Geistige.
Der Mythos um Anu bildet den Anfangspunkt vieler zentraler Elemente der Diablo-Lore. Aus seinem Streben nach vollkommener Reinheit entstanden schließlich sowohl Tathamet als auch die Grundlagen der Hohen Himmel, der Brennenden Höllen und des Weltensteins.
Nach der Überlieferung existierte zu Beginn der Schöpfung eine einzige, vollkommene Perle. In ihr befand sich Anu, in dessen kristallener Gestalt sämtliche Aspekte der Existenz vereint waren.
Anu strebte danach, einen Zustand vollkommenen Gleichgewichts und völliger Reinheit zu erreichen. Um dieses Ziel zu verwirklichen, trennte er alles von sich ab, was er als dunkel, böse oder unvollkommen betrachtete.
Doch diese verdrängten Aspekte verschwanden nicht. Stattdessen nahmen sie eine eigene Form an und wurden zu Tathamet, dem siebenköpfigen Drachen und der Verkörperung des ursprünglichen Bösen. Damit war die Einheit zerbrochen.
Anu und Tathamet standen einander nun als Gegensätze gegenüber. Während Anu für das Gute und das Licht stand, verkörperte Tathamet jene dunklen Eigenschaften, die Anu aus sich entfernt hatte.
Trotz ihrer Trennung blieben beide auf grundlegende Weise miteinander verbunden. Über unzählige Zeitalter hinweg kämpften sie gegeneinander, ohne dass eine Seite die andere endgültig überwinden konnte. Ihr Konflikt wurde zum ersten großen Kampf zwischen Licht und Dunkelheit – lange bevor Engel, Dämonen oder Sanktuario existierten.
Schließlich gelang es beiden, ihrem jeweiligen Gegner einen tödlichen Schlag zu versetzen. Anu und Tathamet starben gemeinsam. Doch ihr Tod bedeutete nicht das Ende der Schöpfung, sondern ihren eigentlichen Beginn.
Die gewaltige Energie, die beim Tod Anus und Tathamets freigesetzt wurde, erschuf das Universum. Ihre Überreste wurden zu den Grundlagen jener Reiche und Mächte, die später den Ewigen Konflikt bestimmen sollten.
Aus Tathamets Körper entstanden die Brennenden Höllen, während seine sieben Köpfe mit den sieben großen dämonischen Übeln verbunden wurden: den drei Großen und den vier Geringen Übeln.
Auch Anus Körper hinterließ Spuren in der neuen Schöpfung. Seine Wirbelsäule wurde zum Kristallbogen, der das Zentrum der Hohen Himmel bildet. Aus diesem Bogen gingen später die Engel hervor. Damit tragen die Hohen Himmel buchstäblich einen Teil Anus in ihrem Fundament.
Ein weiterer Bestandteil Anus überdauerte seinen Tod: sein Auge. Dieses wurde später als Auge Anus bekannt und sollte schließlich den Namen erhalten, unter dem es für die Geschichte Sanktuarios eine weit größere Bedeutung bekam: der Weltenstein.
Der Weltenstein wurde zu einem der mächtigsten bekannten Artefakte der Schöpfung. Engel und Dämonen kämpften wiederholt um seine Kontrolle, und mit seiner Macht wurde schließlich Sanktuario erschaffen.
Damit reicht Anus Einfluss weit über seinen eigenen Tod hinaus. Sowohl die Hohen Himmel als auch der Weltenstein und damit indirekt auch Sanktuario gehen auf seine Überreste zurück.
Innerhalb der späteren Überlieferung wurden auch die Tugenden des Angiris-Rates mit Anu in Verbindung gebracht. Die fünf Erzengel des Rates repräsentierten jeweils zentrale Prinzipien: Imperius den Mut, Tyrael die Gerechtigkeit, Auriel die Hoffnung, Itherael das Schicksal und Malthael ursprünglich die Weisheit.
Diese Eigenschaften werden teilweise als Fortsetzung oder Spiegel jener Tugenden verstanden, die Anu verkörperte. Die Engel selbst entstanden aus dem Kristallbogen und stehen damit ohnehin in einer direkten Verbindung zu Anus Überresten.
Innerhalb Sanktuarios ist die Geschichte Anus nicht überall gleichermaßen bekannt oder verstanden. Einige Kulturen und Gelehrte betrachten die Erzählung als tatsächliche Geschichte der Entstehung des Universums. Andere interpretieren sie eher als kosmologischen Mythos oder als Sinnbild für das ewige Spannungsverhältnis zwischen Gut und Böse.
Damit bleibt ein Teil der Schöpfungsgeschichte bewusst im Bereich von Überlieferung und Interpretation. Unabhängig davon bildet Anu jedoch einen der zentralen Ausgangspunkte der bekannten Kosmologie: Ohne seine Trennung von Tathamet gäbe es weder den ursprünglichen Gegensatz zwischen Himmel und Hölle noch jene Mächte und Artefakte, aus denen später der Ewige Konflikt und letztlich auch Sanktuario hervorgingen.