
Die ersten Kinder von Engeln und Dämonen – mächtiger als ihre Eltern, gefürchtet von ihren eigenen Schöpfern und Vorfahren der gesamten Menschheit.
Sie waren weder Engel noch Dämonen. Obwohl sie die Essenz beider Seiten in sich trugen, bildeten sie eine eigene, mächtigere Art von Wesen.
Überliefert · nach Diablo Wiki (Fandom)
Die Nephalem waren die ersten Nachkommen von Engeln und Dämonen – Wesen, die aus der Verbindung beider Seiten hervorgingen und dennoch etwas völlig Eigenständiges bildeten.
Sie gelten als die Vorfahren der Menschheit und spielten von Beginn an eine besondere Rolle in der Geschichte Sanktuarios. Ihre Existenz veränderte das Machtgefüge des Ewigen Konflikts, denn ihre Fähigkeiten konnten jene ihrer himmlischen und dämonischen Eltern übertreffen.
Sanktuario war von Inarius, Lilith und weiteren abtrünnigen Engeln und Dämonen als Zufluchtsort vor dem Ewigen Konflikt geschaffen worden.
Dort geschah etwas, das zuvor undenkbar gewesen war: Engel und Dämonen verbanden sich miteinander und bekamen gemeinsame Nachkommen. Aus diesen Verbindungen entstanden die Nephalem.
Sie waren weder Engel noch Dämonen. Obwohl sie die Essenz beider Seiten in sich trugen, bildeten sie eine eigene Art von Wesen.
Die erste Generation der Nephalem wurde als die Erstgeborenen oder Ahnen bezeichnet. Ihre Ursprünge lagen auf Skovos, wo auch die erste bekannte Zivilisation der Nephalem entstand.
Von dort breiteten sie sich über Sanktuario aus. Sie errichteten große Städte, kleinere Siedlungen und Lager und entwickelten mit der Zeit unterschiedliche Kulturen und Lebensweisen.
Viele ihrer Namen gerieten später in Vergessenheit. Zur Zeit Deckard Cains waren nur noch wenige der ursprünglichen Nephalem allgemein bekannt. Zu ihnen gehörten etwa Bul-Kathos, Vasily, Esu und Rathma. Über Jahrtausende wurden diese Gestalten zunehmend zu Figuren aus Mythen und Legenden und teilweise sogar wie Gottheiten verehrt.
Die Nephalem verfügten über eine außergewöhnliche Macht. Sie waren wesentlich stärker als spätere Menschen und ursprünglich sogar unsterblich in dem Sinne, dass sie nicht alterten und nicht an Krankheiten oder Seuchen starben. Getötet werden konnten sie dennoch.
Ihre Kräfte gingen weit über das hinaus, was ihre Eltern erwartet hatten. Gerade darin lag jedoch die Gefahr. Die abtrünnigen Engel und Dämonen erkannten, dass ihre Kinder mächtiger werden konnten als sie selbst.
Zugleich befürchteten sie, dass diese Macht die Aufmerksamkeit der Hohen Himmel und der Brennenden Höllen auf Sanktuario lenken könnte. Sollte die verborgene Welt entdeckt werden, würden ihre Schöpfer für ihren Verrat am Ewigen Konflikt zur Rechenschaft gezogen werden.
Unter den Schöpfern Sanktuarios entstand ein tiefer Streit. Einige forderten die vollständige Vernichtung der Nephalem. Andere wollten ihre Kinder verschonen.
Inarius war von diesem Konflikt beunruhigt und ordnete zunächst eine Zeit der Besinnung an, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen werden sollte.
Lilith hingegen war nicht bereit, dieses Risiko einzugehen. Aus Angst vor der Vernichtung ihrer Kinder wandte sie sich gegen die anderen abtrünnigen Engel und Dämonen und tötete nahezu alle von ihnen. Damit beseitigte sie diejenigen, die den Nephalem unmittelbar gefährlich werden konnten.
Inarius stellte sich schließlich gegen Lilith. Obwohl er über ihre Taten erzürnt war, brachte er es nicht über sich, sie zu töten. Stattdessen verbannte er sie in die Leere.
Die Nephalem selbst ließ er am Leben. Doch auch Inarius fürchtete ihre Macht. Deshalb veränderte er den Weltenstein so, dass die Fähigkeiten der Nephalem mit jeder folgenden Generation schwächer wurden.
Die Auswirkungen waren tiefgreifend. Mit jeder neuen Generation nahm die Macht der Nephalem weiter ab. Auch ihre Lebensspanne verkürzte sich.
Einige Nephalem erkannten, was Inarius getan hatte, und widersetzten sich ihm. Diese Aufstände wurden niedergeschlagen. Andere verstanden die Ursache ihres Niedergangs nicht und hielten die Veränderungen für eine Krankheit oder ein anderes unbekanntes Leiden.
Während ihre Kräfte schwanden, zerfielen auch viele der frühen Nephalem-Zivilisationen. Sanktuario fiel in eine dunklere Epoche. Schließlich wurden aus den einst mächtigen und langlebigen Nephalem sterbliche Wesen: die Menschen.
Die Menschheit ist damit keine eigenständige Schöpfung neben den Nephalem. Sie ist aus ihnen hervorgegangen.
Im Laufe vieler Generationen verloren die Nachkommen der Nephalem einen Großteil ihrer ursprünglichen Macht und wurden sterblich. Mit diesem Wandel ging auch das Wissen über ihre Herkunft verloren. Die Menschen Sanktuarios wussten schließlich nicht mehr, dass in ihnen das Erbe von Engeln und Dämonen fortbestand.
Trotz der Veränderungen durch den Weltenstein verschwand das ursprüngliche Potential der Nephalem nicht vollständig. Es ruhte weiterhin in der Menschheit.
Gerade dieses verborgene Potential weckte später das Interesse der Großen Übel. Sie erkannten, dass Menschen eines Tages wieder Kräfte entwickeln könnten, die jene von Engeln und Dämonen übertrafen.
Damit wurde die Menschheit zu einem möglichen Werkzeug im Ewigen Konflikt – und schließlich zu einem der Gründe, warum die Mächte von Himmel und Hölle begannen, immer stärker um Einfluss auf Sanktuario zu ringen.
Während des Sündenkriegs begann dieses Potential erneut sichtbar zu werden. Uldyssian ul-Diomed entwickelte Kräfte, die denen der ursprünglichen Nephalem entsprachen. Auch seine Anhänger, die Edyrem, begannen ähnliche Fähigkeiten zu zeigen.
Doch die Macht kehrte zu schnell zurück. Uldyssian erkannte schließlich, dass eine unkontrollierte Wiederherstellung des nephalemischen Potentials ganz Sanktuario gefährden könnte.
In einem letzten Opfer zog er die entfesselte Energie wieder in sich zurück und setzte sie anschließend frei. Dadurch wurden die Kräfte seiner Anhänger erneut unterdrückt. Sein Opfer beendete den Sündenkrieg und trug dazu bei, den Angiris-Rat davon zu überzeugen, der Menschheit die Freiheit zu lassen, ihren eigenen Weg zu wählen.
Im Jahr 1265 zerstörte Tyrael den Weltenstein, um zu verhindern, dass Baals Verderbnis die gesamte Menschheit erfasste. Mit der Zerstörung des Artefakts fiel jedoch auch ein wesentlicher Teil jener Macht fort, die das Potential der Menschheit über Jahrtausende hinweg unterdrückt hatte.
Schon innerhalb einer Generation erschien wieder ein Nephalem, dessen Kräfte mit denen der alten Ahnen vergleichbar waren.
Dieser Nephalem spielte später eine entscheidende Rolle bei der Verteidigung Sanktuarios. Er besiegte Diablo, nachdem dieser die Essenzen der übrigen Großen Übel in sich vereint hatte, und rettete dadurch sowohl die Hohen Himmel als auch die sterbliche Welt. Später stellte er sich auch Malthael und dessen Schnittern entgegen.
Auch in späteren Zeiten blieb das Erbe der Nephalem ein Teil der Menschheit. Einige Menschen entwickelten erneut außergewöhnliche Fähigkeiten, während verschiedene Gruppen versuchten, dieses alte Potential gezielt für sich zu nutzen. Kulte um Lilith und sogar Vampire suchten nach Wegen, das nephalemische Erbe im menschlichen Blut wiederzuerwecken oder sich anzueignen.
Damit ist die Geschichte der Nephalem nicht lediglich eine Geschichte über die Vergangenheit Sanktuarios. Sie ist zugleich die Geschichte der Menschheit selbst. Denn jeder Mensch trägt letztlich das Erbe jener ersten Kinder in sich, die aus der Verbindung von Engel und Dämon hervorgingen.