
Die Menschheit ist nicht das, was nach den Nephalem kam. Sie ist das, was aus ihnen wurde.
Manche Menschen tragen nur die ferne Erinnerung dieses Erbes in sich. Bei anderen tritt ein Teil der alten Macht erneut hervor.
Überliefert · nach Diablo Wiki (Fandom)
Das Nephalem-Erbe bezeichnet das verborgene Potential, das in der Menschheit aus ihrer Abstammung von den ursprünglichen Nephalem fortbesteht.
Menschen sind keine von den Nephalem getrennte Spezies. Sie sind deren Nachfahren – entstanden, nachdem Inarius den Weltenstein so veränderte, dass die Macht der Nephalem mit jeder Generation schwächer wurde. Aus den einst nahezu unsterblichen und außerordentlich mächtigen Nephalem entwickelte sich so die sterbliche Menschheit.
Die Nephalem selbst entstanden aus der Verbindung von Engeln und Dämonen. Damit trägt auch die Menschheit dieses doppelte Erbe weiter.
Im Menschen existieren sowohl himmlische als auch dämonische Anteile. Gerade diese Verbindung macht die Menschheit innerhalb der Schöpfung ungewöhnlich und verleiht ihr die Fähigkeit, zwischen Licht und Dunkelheit zu wählen.
Das Nephalem-Erbe ist deshalb nicht nur eine Erinnerung an eine frühere Spezies. Es ist Bestandteil der menschlichen Natur.
Die ersten Nephalem waren wesentlich mächtiger als heutige Menschen. Sie alterten nicht auf natürliche Weise, waren gegen Seuchen immun und verfügten über Kräfte, die selbst ihre engelhaften und dämonischen Eltern beunruhigten.
Genau diese Macht führte schließlich dazu, dass Inarius in die Entwicklung der Nephalem eingriff. Durch die Veränderung des Weltensteins wurden ihre Fähigkeiten von Generation zu Generation schwächer.
Ihre Lebensspanne nahm ab. Ihre Zivilisationen zerfielen. Schließlich entstanden die sterblichen Menschen, die nichts mehr über ihr ursprüngliches Geburtsrecht wussten.
Obwohl die Macht der Nephalem unterdrückt wurde, verschwand sie nicht vollständig. Das ursprüngliche Potential blieb in der Menschheit verborgen.
Gerade diese Möglichkeit, wieder zu alter Stärke zurückzufinden, machte Menschen für die Großen Übel so interessant. Die Mächte der Hölle erkannten, dass die Menschheit eines Tages eine Macht entfalten könnte, die selbst Engel und Dämonen übertraf.
Damit wurde das Nephalem-Erbe zu einem entscheidenden Faktor im Ewigen Konflikt.
Während des Sündenkriegs zeigte sich dieses verborgene Potential erneut. Uldyssian ul-Diomed begann Kräfte zu entwickeln, die denen der alten Nephalem entsprachen. Auch seine Anhänger, die Edyrem, erhielten ähnliche Fähigkeiten.
Die Rückkehr dieser Macht geschah jedoch so schnell und so heftig, dass Uldyssian erkannte, wie gefährlich sie werden konnte. Er zog die entfesselte Energie wieder in sich zurück und unterdrückte damit erneut die Kräfte seiner Anhänger.
Sein Opfer zeigte zugleich, dass das Nephalem-Erbe noch immer in der Menschheit vorhanden war.
Ein entscheidender Wendepunkt kam mit der Zerstörung des Weltensteins im Jahr 1265. Tyrael zerstörte das Artefakt, nachdem Baal es verdorben hatte. Damit verschwand zugleich eine der Kräfte, die das nephalemische Potential der Menschheit über Jahrtausende hinweg eingeschränkt hatte.
Innerhalb einer einzigen Generation trat erneut ein Nephalem hervor, dessen Macht mit jener der alten Ahnen vergleichbar war. Dieser Nephalem besiegte später Diablo und Malthael und wurde zu einem der mächtigsten sterblichen Wesen seiner Zeit.
Das Nephalem-Erbe bedeutet jedoch nicht, dass jeder Mensch automatisch dieselben Kräfte entwickelt. Die Quellen zeigen vielmehr, dass nur einzelne Menschen außergewöhnliche Fähigkeiten entfalten.
Manche manifestieren Kräfte, die deutlich auf ihre nephalemische Abstammung hinweisen, ohne dass sie deshalb zwangsläufig als vollwertige Nephalem gelten.
Das Erbe ist also grundsätzlich in der Menschheit vorhanden, tritt aber nicht bei allen Menschen gleichermaßen hervor.
Spätere Gruppen versuchten gezielt, dieses alte Geburtsrecht für sich zu nutzen. Während der Großen Feindschaft jagte ein Lilith-Kult Menschen, um deren nephalemisches Erbe für sich zu beanspruchen.
Auch Vampire unter Lord Zir tranken menschliches Blut, um das in der Menschheit verborgene Geburtsrecht der Nephalem wiederzuerlangen.
Damit wird deutlich, dass das Nephalem-Erbe in der Lore nicht nur als abstrakte Abstammung verstanden wird. Es besitzt eine tatsächliche, machtvolle Bedeutung.
Das Erbe von Engel und Dämon äußert sich jedoch nicht ausschließlich in körperlicher oder magischer Macht. Die menschliche Fähigkeit, zwischen Gut und Böse zu wählen, hängt ebenfalls mit dieser doppelten Herkunft zusammen.
Gerade diese Freiheit unterscheidet Menschen von den großen Mächten, aus denen ihre Vorfahren hervorgingen. Das Nephalem-Erbe ist deshalb mehr als Stärke. Es steht auch für das Potential, einen eigenen Weg einzuschlagen.
Für die meisten Menschen Sanktuarios sind die Nephalem kaum mehr als Figuren aus alten Geschichten. Doch ihre Macht ist nicht vollständig verschwunden. Sie lebt im Blut ihrer Nachfahren weiter.
Manche Menschen tragen nur die ferne Erinnerung dieses Erbes in sich. Bei anderen tritt ein Teil der alten Macht erneut hervor. Und in seltenen Fällen kann ein Mensch wieder Kräfte entwickeln, die an jene ersten Kinder von Engeln und Dämonen erinnern.
Das Nephalem-Erbe verbindet damit die früheste Geschichte Sanktuarios unmittelbar mit seiner Gegenwart. Die Menschheit ist nicht das, was nach den Nephalem kam. Sie ist das, was aus ihnen wurde.