
Keine einzelne Schule, sondern viele verschiedene Praktiken – von Naturgeistern über Untote bis zu Dämonen. Herbeirufen bedeutet dabei nie automatisch Beherrschen.
Wie bringt man ein Wesen oder eine Macht aus einem anderen Zustand, Ort oder Reich dazu, in der eigenen Welt zu erscheinen?
Überliefert · nach Diablo Wiki (Fandom)
Beschwörung ist in Sanktuario keine einzelne Schule mit nur einer festen Methode. Der Begriff beschreibt vielmehr verschiedene Formen von Magie, mit denen Wesen, Kräfte oder Erscheinungen herbeigerufen werden.
Je nach Tradition kann es sich dabei um Naturgeister, Tiere, Untote oder Dämonen handeln. Entscheidend ist deshalb nicht nur, dass etwas beschworen wird, sondern auch woher die angerufene Macht stammt und auf welche Weise sie gebunden oder um Hilfe gebeten wird.
Eine der bekanntesten Formen der Beschwörung findet sich bei den Druiden. Sie wenden sich an die Geister der Natur und bitten diese um Unterstützung.
Nach der Überlieferung reagierten die Naturgeister auf die Bitten der Druiden und stellten ihnen im Laufe der Zeit verschiedene Helfer zur Seite. Dazu gehören Geistertier-Gefährten, beseelte Ranken und kleinere Naturgeister.
Diese Form der Beschwörung beruht nicht auf Zwang. Ein Druide muss die Sprache und das Wesen der Naturgeister verstehen und sich an sie wenden können. Damit unterscheidet sich diese Tradition deutlich von Beschwörungsformen, bei denen ein Wesen gegen seinen Willen gebunden oder kontrolliert wird.
Auch andere magische Traditionen kennen die Beschwörung von Begleitwesen. Die Hexenzirkel der Sharval-Wildnis besitzen beispielsweise eine lange Tradition darin, sogenannte Qlnae als Vertraute herbeizurufen.
Der Quellentext führt diese Wesen nicht weiter aus, belegt aber, dass Beschwörung in Sanktuario nicht nur mit Druiden oder Nekromanten verbunden ist.
Eine wesentlich gefährlichere Form ist die dämonische Beschwörung. Dabei werden Wesen aus den Brennenden Höllen in die sterbliche Welt gerufen.
Dämonische Magie kann auf unterschiedliche Weise funktionieren: durch Pakte mit Dämonen, durch die Beherrschung eines Dämons, durch die Nutzung dämonischer Essenz oder durch direkte Herbeirufung in die körperliche Welt.
Blut und Fleisch können solche Rituale verstärken. Besonders menschliches Fleisch kann dabei als Bestandteil magischer Strukturen oder als Anker für dämonische Wirkungen dienen.
Ein beschworener Dämon ist nicht automatisch ein gehorsamer Diener. Gerade frühere Zauberer unterschätzten häufig kleinere Dämonen und behandelten sie wie harmlose Vertraute.
Der Quellentext beschreibt, dass solche Wesen ihre vermeintlichen Meister teilweise täuschten, deren Willen unterwarfen und sich schließlich gegen sie wandten.
Damit gehört die Kontrolle über ein beschworenes Wesen zu den größten Risiken dieser Form der Magie. Ein Wesen herbeizurufen bedeutet nicht, es auch beherrschen zu können.
Dämonische Beschwörung kann zudem unmittelbare Folgen für den Körper eines Menschen haben. Ein herbeigerufener Dämon kann einen menschlichen Körper in Besitz nehmen und ihn als Hülle verwenden.
Solche Vorgänge zeigen, wie dünn die Grenze zwischen Beschwörung und Besessenheit sein kann.
Adria überlieferte bestimmte Regeln für dämonische Beschwörungen. Demnach sollte ein solches Ritual nicht allein durchgeführt werden.
Stattdessen wurden Gruppen von drei, vier oder sieben Personen bevorzugt – Zahlen, die die drei Großen Übel, die vier Geringen Übel oder alle sieben Übel gemeinsam symbolisieren.
Auch hier zeigt sich, dass Beschwörung in Sanktuario oft eng mit Symbolik, Ritual und kosmologischer Bedeutung verbunden ist.
Auch die Nekromantie besitzt beschwörende Elemente. Totenbeschwörer können Skelette und Golems herbeirufen oder Tote wiedererwecken.
Dabei stammt die zugrunde liegende Macht jedoch nicht aus den Brennenden Höllen, sondern aus dem Tod selbst und aus der Lehre Rathmas.
Das ist eine wichtige Unterscheidung: Nicht jede Beschwörung ist dämonisch. Ein Nekromant ruft keine Dämonen herbei, nur weil er Tote oder Konstrukte erhebt.
Der Begriff Beschwörung umfasst daher mehrere deutlich verschiedene magische Praktiken: Naturbeschwörung ruft Geister und Wesen der Natur um Unterstützung. Nekromantische Beschwörung erhebt Tote oder erschafft Diener aus Knochen und anderen Überresten. Dämonische Beschwörung öffnet einen Weg für Wesen aus den Brennenden Höllen.
Diese Praktiken können sich äußerlich ähneln, beruhen aber auf vollkommen unterschiedlichen Quellen und Traditionen.
Ein wiederkehrendes Motiv aller Beschwörungsformen ist die Frage nach Kontrolle. Ein Wesen kann gerufen werden, ohne vollständig dem Willen des Beschwörers zu unterliegen.
Bei Naturgeistern beruht die Beziehung eher auf Verständigung und Kooperation. Bei Untoten hängt die Kontrolle von der Macht und Präzision des Totenbeschwörers ab. Bei Dämonen kann ein einziger Fehler dazu führen, dass der Beschwörer selbst zum Opfer wird.
Beschwörung ist deshalb weniger eine einzelne Technik als eine ganze Gruppe von Praktiken, die alle dieselbe grundlegende Frage beantworten: Wie bringt man ein Wesen oder eine Macht aus einem anderen Zustand, Ort oder Reich dazu, in der eigenen Welt zu erscheinen?