
Sie begannen mit dem Wunsch, Geister zu verstehen. Sie entdeckten stattdessen Dämonen. Aus Forschung wurde Kontrolle. Aus Kontrolle wurde Überheblichkeit.
Heute sind sie vor allem für ihre Elementarmagie bekannt. Ihre Geschichte ist jedoch wesentlich dunkler: Ursprünglich konzentrierte sich der Clan auf Beschwörung und Dämonologie.
Überliefert · nach Diablo Wiki (Fandom)
Die Vizjerei gehören zu den ältesten und bedeutendsten Magierclans Sanktuarios.
Heute sind sie vor allem für ihre Elementarmagie bekannt. Ihre Geschichte ist jedoch wesentlich dunkler: Ursprünglich konzentrierte sich der Clan auf Beschwörung und Dämonologie und spielte damit eine entscheidende Rolle bei der Entdeckung Sanktuarios durch die Brennenden Höllen.
Die Vizjerei glaubten bereits früh daran, dass Geister in und außerhalb Sanktuarios existierten. Da sie selbst zunächst keinen direkten Kontakt zu solchen Wesen herstellen konnten, studierten sie über Jahre die Praktiken der Priester Rathmas und der Druiden, die auf unterschiedliche Weise Zugang zu übernatürlichen Wesen besaßen.
Aus diesem Bestreben entwickelte sich ihre ursprüngliche Spezialisierung: die Kunst der Beschwörung.
Im Jahr -1992 gelang dem Vizjerei-Zauberer Jere Harash schließlich, was zuvor niemandem im Clan gelungen war. Im Zustand großer Trauer und Wut über den Verlust seiner Familie nahm er Kontakt zu einem vermeintlichen Geist auf.
Doch das Wesen war kein Geist. Es war ein Dämon. Damit begann eine Entwicklung, die die Geschichte Sanktuarios dauerhaft verändern sollte.
Ob die Vizjerei sofort verstanden, mit welcher Art Wesen Harash Kontakt aufgenommen hatte, ist nicht eindeutig überliefert. Sicher ist jedoch, dass sie die Wahrheit später bewusst verschleierten.
Der Clan ließ falsche Berichte anfertigen, nach denen Harash lediglich mit den Geistern Verstorbener gesprochen habe. Damit wollte man vermeiden, für mögliche Folgen der neuen Kunst verantwortlich gemacht zu werden.
Was die Vizjerei nicht wussten: Harashs Beschwörung hatte die Aufmerksamkeit der Brennenden Höllen auf Sanktuario gelenkt. Die Dämonen erfuhren dadurch von der Existenz der sterblichen Welt.
Diese Entdeckung führte letztlich zu den Ereignissen, die in den Sündenkrieg mündeten. Damit waren die Vizjerei unbeabsichtigt an einem der wichtigsten Wendepunkte der Geschichte Sanktuarios beteiligt.
Nach Harashs Entdeckung entwickelten die Vizjerei die Kunst der Beschwörung mit großer Geschwindigkeit weiter. Durch systematische Forschung entdeckten sie die wahren Namen verschiedener Dämonen und entwickelten spezielle Rituale, mit denen diese Wesen herbeigerufen werden konnten.
Dämonologie und die Unterwerfung von Wesen der Hölle wurden schließlich zur Grundlage ihrer Macht.
Die Vizjerei betrachteten die Dämonen zunächst nicht als Herren oder Götter. Sie sahen sie als Forschungsobjekte und als Wesen, die kontrolliert werden konnten. Der Clan kam zu der Überzeugung, dass die Beherrschung eines Dämons bewies, dass auch weitere Dämonen unterworfen werden konnten.
Immer mehr Beschwörungen wurden durchgeführt. Die Magier hofften, von diesen Wesen mehr über das Universum und neue Formen von Magie zu erfahren.
Zu den Dämonen, die von den Vizjerei mehrfach nach Sanktuario gerufen wurden, gehörte Kabraxis. Die Beziehung zwischen ihm und dem Clan sollte später noch große Bedeutung gewinnen.
Obwohl die Vizjerei glaubten, solche Wesen kontrollieren zu können, zeigte sich immer wieder, wie gefährlich diese Vorstellung war.
Nach dem Sündenkrieg gewannen die Magierclans erneut Einfluss. Die Vizjerei stiegen zu einem der mächtigsten und beliebtesten Clans auf. In dieser Zeit umfassten ihre Reihen tausende aktive Zauberer.
Das spätere Zeitalter der Magie wurde stark von ihrer Macht geprägt. Deckard Cain merkte später jedoch an, dass dieser Erfolg letztlich auf einer dunklen Grundlage ruhte: der jahrzehntelangen Beschwörung und Versklavung von Dämonen.
Nach dem Sündenkrieg beschlossen die großen Magierclans, keine Dämonen mehr nach Sanktuario zu rufen. Himmel und Hölle sollten aus den Angelegenheiten der Sterblichen herausgehalten werden. Die Vizjerei standen daher unter besonderer Beobachtung.
Trotzdem blieb ihr Einfluss enorm.
Im Laufe der Zeit begannen Teile des Clans erneut, Dämonen zu beschwören. Im Jahr -264 wurde bekannt, dass im Yshari-Sanktum wieder ein Beschwörungsritual durchgeführt worden war.
Die Ennead reagierten mit Attentaten auf wichtige Vizjerei-Mitglieder. Die Vizjerei beantworteten diese Angriffe mit eigenen Morden. Aus diesem Konflikt entstanden schließlich die Magierclankriege.
Die Vizjerei standen im Krieg einer Allianz aus Ennead und Ammuit gegenüber. Zu Beginn wurden sie stark zurückgedrängt. Ihre Akademie in Viz-jun wurde zerstört, und zahlreiche ihrer Magier getötet.
Der Clan begann daraufhin, seine Kräfte zu sammeln und sich auf einen längeren Krieg vorzubereiten.
Während des Konflikts griff eine Fraktion der Vizjerei zu besonders brutalen Mitteln. Sie wollte eine Armee aus dämonisch besessenen Menschen erschaffen. Als Opfer wurden unter anderem die friedlichen Umbaru von Teganze ausgewählt.
Diese Experimente trugen zur Entstehung der Khazra bei. Aus einer zuvor vergleichsweise friedlichen Beziehung entwickelte sich ein jahrhundertelanger Krieg.
Nach sieben Jahren Krieg waren die Vizjerei zahlenmäßig deutlich unterlegen und standen kurz vor der Niederlage. Daraufhin setzten sie ihre mächtigste Waffe ein: Dämonen.
Die herbeigerufenen Wesen der Brennenden Höllen verwüsteten die Reihen von Ennead und Ammuit und wendeten den Verlauf des Krieges. Doch der Preis dafür war gewaltig.
Der Umgang mit Dämonen führte innerhalb der Vizjerei zu einem tiefen philosophischen Konflikt. Die Brüder Horazon und Bartuc verkörperten zwei völlig unterschiedliche Ansätze.
Horazon glaubte, Dämonen könnten genutzt werden, müssten jedoch vollständig dem Willen ihres Beschwörers unterworfen werden. Bartuc dagegen begann, mit den Dämonen zu sympathisieren.
Bartuc kam zu der Überzeugung, dass Dämonen der Menschheit überlegen seien. Er wollte nicht mehr nur ihre Macht nutzen. Er wollte sich mit ihnen verbünden.
Dämonische Verderbnis breitete sich in seinen Reihen aus. Die von ihm beschworenen Wesen ließen sich kaum noch kontrollieren und zerstörten alles, was ihnen begegnete. Bartuc erhielt schließlich den Namen Kriegsherr des Blutes.
Der Vizjerei-Rat erkannte zunehmend, dass Bartucs Weg zur vollständigen Vernichtung führen würde. Als man versuchte, ihn seines Kommandos zu entheben, eskalierte der Konflikt. Bartuc wandte seine eigenen Truppen gegen die Vizjerei.
Der Magierclankrieg wurde dadurch gleichzeitig zu einem Bürgerkrieg innerhalb des Clans.
Bartuc führte seine Streitkräfte schließlich gegen Viz-jun. Obwohl die Vizjerei zahlenmäßig weit überlegen waren, wandten sich die von ihnen beschworenen Dämonen gegen ihre eigenen Meister. Ein Drittel des Clans starb während der Belagerung.
Die Stadt wurde vollständig zerstört. Hunderttausende Menschen kamen ums Leben.
Am Ende standen sich Horazon und Bartuc selbst gegenüber. Ihr Kampf war so gewaltig, dass die Mauern Viz-juns um sie herum zusammenbrachen. Erst während dieser letzten Schlacht erkannten beide, dass sie von den Dämonen manipuliert worden waren.
Bartuc fiel schließlich. Horazon überlebte.
Nach dem Krieg war Horazon überzeugt, dass die Mächte der Hölle Sanktuario immer wieder verderben würden, solange sie Zugang zur sterblichen Welt hatten. Er erschuf deshalb das Arkane Sanktum, einen Ort, an dem die Agenten der Brennenden Höllen ihn nicht erreichen konnten.
Damit zog sich einer der mächtigsten Vizjerei seiner Zeit aus der bekannten Welt zurück.
Nach der Katastrophe beschlossen die Vizjerei, dämonische Magie endgültig aufzugeben. Stattdessen konzentrierten sie sich fortan auf Elementarmagie.
Damit begann jene Tradition, für die der Clan später vor allem bekannt werden sollte.
Um eine Wiederholung der Katastrophe zu verhindern, wurde außerdem der Orden der Viz-Jaq'taar gegründet. Diese Magierjäger, später vor allem als Assassinen bekannt, sollten jene verfolgen, die verbotene Magie einsetzten oder erneut mit Dämonen paktierten.
Der Schaden war jedoch nicht mehr rückgängig zu machen. Nach den Magierclankriegen wandte sich die Bevölkerung Kehjistans gegen die Magier. Viele wurden verbannt oder getötet. Magische Schulen und Archive wurden zerstört.
Nur das Yshari-Sanktum blieb weitgehend bestehen. Das Zeitalter der Magie endete. An seine Stelle trat das Zeitalter des Glaubens.
Obwohl die Vizjerei Dämonologie aufgegeben hatten, blieb ihr Ruf beschädigt. Selbst im 13. Jahrhundert wurden sie noch immer von manchen Menschen als Dämonenanbeter bezeichnet.
Die Vergangenheit des Clans ließ sich nicht einfach vergessen.
Als sich die Dunkelheit über Tristram ausbreitete, entsandten die Vizjerei mehrere Zauberer dorthin. Die Ältesten wollten mehr über das wachsende Böse erfahren und hofften zugleich, verlorenes magisches Wissen aus den Tiefen unter der Kathedrale bergen zu können.
Einer dieser Vizjerei war Jazreth. Gemeinsam mit Aidan und Moreina besiegte er schließlich Diablo.
In späteren Jahrhunderten konzentrierten sich die Vizjerei vor allem auf Elementarmagie. Sie trugen auffällig gefärbte Turinash, sogenannte Geistergewänder, die Schutz vor Zaubern und dämonischen Wesen boten.
Auch die Verwendung magischer Stäbe wurde stark mit dem Clan verbunden. Die Vizjerei entwickelten Verfahren, einfache Holzstäbe als Speicher konzentrierter magischer Energie zu nutzen.
Die Herstellung solcher Zauberstäbe war aufwendig. Doch selbst ein junger Vizjerei konnte einen erschöpften Stab wieder aufladen, indem er eigene magische Energie in ihn leitete.
Diese Technik wurde zu einem wichtigen Bestandteil der praktischen Magie des Clans.
Das traditionelle Zeichen des Clans war ein Drache über einer Mondsichel. Dieses Symbol scheint in späteren Jahrhunderten jedoch zunehmend außer Gebrauch geraten zu sein.
Auch die alte Bezeichnung Geistmagier blieb erhalten, wurde jedoch hauptsächlich innerhalb der Magierclans und von Dämonen verwendet.
Nach der Zerstörung des Weltensteins verbreiteten sich viele Geheimnisse der Vizjerei-Magie weiter über Sanktuario. Später versuchte das Handelsrats-Konsortium von Caldeum, die verschiedenen Magierclans erneut zusammenzuführen.
Vizjerei, Ennead, Ammuit, Taan und Zann Esu fanden schließlich wieder im Yshari-Sanktum zusammen. Damit wurde ein Ort, der einst Schauplatz verbotener Beschwörungen gewesen war, erneut zu einem Zentrum magischer Forschung.
Die Geschichte der Vizjerei ist eine Geschichte tiefgreifender Veränderung. Sie begannen mit dem Wunsch, Geister zu verstehen. Sie entdeckten stattdessen Dämonen. Aus Forschung wurde Kontrolle. Aus Kontrolle wurde Überheblichkeit. Und aus Überheblichkeit entstanden Krieg, Verderbnis und die Zerstörung einer ganzen Stadt.
Die späteren Vizjerei definierten sich deshalb bewusst anders als ihre Vorfahren. Sie wandten sich von Dämonen ab und der Elementarmagie zu. Doch der Schatten ihrer Vergangenheit blieb bestehen.