Chronik

Was hier verzeichnet ist, wurde über Generationen von Horadrim-Gelehrten aus Bruchstücken geborgen: aus verkohlten Seiten der Zakarum-Archive, aus dem Fieberreden Sterbender, aus dem, was sich Engel und Dämonen in ihrem endlosen Streit gegenseitig vorwarfen. Kein lebender Mensch hat den Anfang gesehen — doch sein Echo ist bis heute in jedem Winkel Sanktuarios zu spüren, in jeder Ruine, in jedem Kind, das mit einer Ahnung von Licht und Finsternis zugleich geboren wird.

Diese Chronik beginnt vor aller Zeitrechnung, in der Stille vor der Schöpfung, und führt bis in die Gegenwart: bis zu jenem Tag, an dem Lilith aus dem Nichts zurückkehrte und das Zeitalter des Hasses einläutete. Dazwischen liegen Kriege, die ganze Reiche auslöschten, Verrat unter Engeln, ein gestohlener Weltenstein und immer wieder dieselbe unbequeme Wahrheit: Sanktuario gehört weder dem Himmel noch der Hölle, sondern denen, die bereit sind, für seinen Erhalt zu kämpfen.

Lest mit Vorsicht, was folgt. Es ist kein Märchen.

Anu und Tathamet zerreißen einander im Kampf um die Schöpfung

Vor aller bekannten Zeit

Anu, Tathamet und die geteilte Schöpfung

Am Anfang existierte Anu, ein vollkommenes Wesen, das Licht und Dunkelheit, Ordnung und Chaos in sich vereinte. Um vollkommene Reinheit zu erreichen, stieß Anu alles Böse aus sich heraus. Doch die abgestoßenen Aspekte verschwanden nicht: Sie vereinigten sich zum siebenköpfigen Drachen Tathamet, der Verkörperung allen Übels.

Anu und Tathamet bekämpften einander über unvorstellbare Zeitalter, bis beide im letzten Zusammenstoß vernichtet wurden. Aus ihren Überresten entstand die bekannte Schöpfung.

Anus Wirbelsäule wurde zum Kristallbogen, um den sich die Hohen Himmel formten. Sein Auge blieb als Weltenstein zurück – ein Artefakt von gewaltiger Macht, das ganze Welten formen konnte. Tathamets Körper wurde zum Fundament der Brennenden Höllen, während aus seinen sieben Köpfen die sieben großen Dämonenfürsten hervorgingen: die drei Großen Übel und die vier Geringen Übel.

Damit endete der Kampf zwischen Licht und Finsternis nicht. Er wurde zum Fundament der neuen Schöpfung.

Die Heerscharen des Himmels und der Hölle stehen sich über dem Weltenstein gegenüber

Vor jeder Zeitrechnung

Der Ewige Konflikt

Aus dem Kristallbogen gingen die Engel hervor, aus den Überresten Tathamets die Dämonen. Zwischen beiden Mächten entstand der Ewige Konflikt – ein Krieg um die Vorherrschaft über die Schöpfung und insbesondere um den Weltenstein.

Wer den Weltenstein kontrollierte, konnte die Wirklichkeit selbst beeinflussen. Himmel und Hölle errangen immer wieder Siege, doch keiner von beiden konnte den Krieg endgültig entscheiden. Gefallene Dämonen entstanden in den Brennenden Höllen erneut, während der Kristallbogen neue Engel hervorbrachte.

Die Hohen Himmel wurden vom Angiris-Rat geführt. Zu seinen fünf Mitgliedern gehörten Imperius, Erzengel der Tapferkeit, Tyrael, Erzengel der Gerechtigkeit, Auriel, Erzengel der Hoffnung, Itherael, Erzengel des Schicksals, und Malthael, Erzengel der Weisheit.

Doch auch unter den Engeln herrschte keineswegs Einigkeit. Während Imperius Dämonen und später auch die Menschheit vor allem als Bedrohung betrachtete, entwickelte Tyrael zunehmend Mitgefühl für die Sterblichen und ihre Fähigkeit, ihr eigenes Schicksal zu wählen.

Inarius und Lilith reichen sich über den Nephalem-Kindern die neu erschaffene Welt Sanktuario

Vor −2300 AK

Die verbotene Zuflucht

Inarius, Lilith und der Weltenstein

Nach Äonen des Krieges waren manche Engel und Dämonen des Ewigen Konflikts überdrüssig. Einer von ihnen war der Engel Inarius. Gemeinsam mit Gleichgesinnten beider Seiten – darunter Lilith, Tochter Mephistos – stahl er den Weltenstein.

Mit seiner Macht erschufen die Abtrünnigen eine verborgene Welt außerhalb des unmittelbaren Einflusses von Himmel und Hölle: Sanktuario.

Hier wollten Engel und Dämonen dem Krieg entkommen. Einige von ihnen verbanden sich miteinander, und aus diesen Verbindungen gingen die Nephalem hervor. Da in ihnen sowohl himmlische als auch dämonische Kräfte vereint waren, übertrafen einige dieser Kinder sogar ihre Eltern.

Das löste Angst unter den Schöpfern Sanktuarios aus. Viele wollten die Nephalem vernichten. Lilith jedoch betrachtete sie als ihre Kinder und als mögliche Zukunft der Schöpfung. Um sie zu schützen, tötete sie beinahe alle anderen Abtrünnigen.

Inarius stellte sich ihr entgegen und verbannte Lilith aus Sanktuario. Die Nephalem selbst konnte er jedoch nicht vernichten. Stattdessen veränderte er mithilfe des Weltensteins ihre Verbindung zur Welt und schwächte ihre Kräfte.

Von Generation zu Generation verloren die Nephalem einen immer größeren Teil ihrer ursprünglichen Macht.

Aus ihnen wurde die Menschheit.

Die drei falschen Götter der Triune erscheinen über einer aufmarschierenden Armee, gegenüber den Flammen der Hölle

−1809 AK

Der Sündenkrieg

Die Menschheit wird entdeckt

Sanktuario blieb nicht für immer verborgen. Schließlich wurden sowohl die Hohen Himmel als auch die Brennenden Höllen auf die Welt der Menschen aufmerksam.

Die drei Großen Übel – Mephisto, Diablo und Baal – erkannten das Potenzial der Menschheit und versuchten, sie heimlich für ihre Seite im Ewigen Konflikt zu gewinnen. Dazu gründeten sie die Triune, eine Religion, deren drei scheinbar gütige Gottheiten in Wahrheit Masken der Großen Übel waren.

Inarius reagierte mit einer eigenen Glaubensgemeinschaft: der Kathedrale des Lichts. Unter der Gestalt eines heiligen Propheten führte er die Menschen ebenfalls, ohne ihnen seine wahre Natur zu offenbaren.

Damit wurde Sanktuario zum Schauplatz eines verdeckten Stellvertreterkrieges.

Lilith kehrte aus ihrer Verbannung zurück und löste die von Inarius durch den Weltenstein auferlegten Beschränkungen der Nephalem-Kräfte teilweise. Sie lenkte den Bauern Uldyssian ul-Diomed, dessen erwachte Macht auch andere Menschen erfasste. Als Edyrem stellten sie sich sowohl der Triune als auch der Kathedrale des Lichts entgegen.

Die immer stärkeren Nephalem zogen schließlich die Aufmerksamkeit der Hohen Himmel auf sich. Inarius verbannte Lilith erneut, und Uldyssian opferte sich, um die entfesselten Kräfte zurückzudrängen und Sanktuario vor der Vernichtung zu bewahren.

Danach berieten der Angiris-Rat und Mephisto über das Schicksal der Menschheit. Die Engel waren sich uneinig; Tyraels Stimme gab den Ausschlag dafür, die Menschen zu verschonen.

Himmel und Hölle vereinbarten, sich aus Sanktuario herauszuhalten und den Menschen ihre eigene Entscheidung zwischen Licht und Dunkelheit zu überlassen. Im Gegenzug übergaben die Engel Inarius an Mephisto, der ihn in den Brennenden Höllen gefangen hielt.

Die Erinnerung der Menschheit an den Sündenkrieg und die offen auftretenden Engel und Dämonen wurde ausgelöscht.

Doch diese Vereinbarung sollte nicht von Dauer sein.

Tyrael überreicht Horadrim-Magiern Seelensteine, im Hintergrund erheben sich Diablo, Mephisto und Baal über einer belagerten Stadt

Jahrhunderte später

Das Dunkle Exil und die Horadrim

In den Brennenden Höllen wuchs der Widerstand gegen die drei Großen Übel. Die vier Geringen Übel – Andariel, Duriel, Belial und Azmodan – warfen Diablo, Mephisto und Baal vor, sich zu sehr auf die Menschheit und Sanktuario zu konzentrieren.

Der daraus entstehende Aufstand endete mit dem Dunklen Exil: Die drei Brüder wurden aus der Hölle vertrieben und nach Sanktuario verbannt.

Dort hinterließen sie über Jahrzehnte Verderbnis und Chaos.

Tyrael erkannte die Gefahr und gründete gemeinsam mit mächtigen menschlichen Magiern den Orden der Horadrim. Zu seinen frühen Mitgliedern gehörten unter anderem Tal Rasha und Jered Cain.

Mithilfe von Seelensteinen, die aus Material des Weltensteins geschaffen worden waren, jagten die Horadrim die drei Großen Übel.

Mephisto wurde unter Kurast gebunden. Baal wurde schließlich in Tal Rashas eigenen Körper eingeschlossen, nachdem sein Seelenstein beschädigt worden war.

Diablo wurde tief unter der späteren Stadt Tristram gefangen gehalten.

Doch die Gefängnisse hielten nicht ewig.

Horadrim-Mönche bannen einen Seelenstein vor dem Thron des toten Skelettkönigs, im Hintergrund brennt Tristram

1263 AK

Der Fall Tristrams

Diablo I

Jahrhunderte später begann Diablo, aus seinem Gefängnis unter der Kathedrale von Tristram heraus erneut Einfluss auf die Welt zu nehmen.

Er korrumpierte König Leoric von Khanduras und ließ schließlich dessen jungen Sohn Albrecht entführen. Der Junge wurde zu Diablos neuem körperlichen Gefäß.

Mehrere Abenteurer stiegen in die Katakomben unter Tristram hinab und stellten sich dem Herrn des Schreckens. Einer von ihnen war Aidan, der ältere Sohn König Leorics und damit Albrechts Bruder.

Aidan besiegte Diablo.

Doch in dem Versuch, den Dämon endgültig in sich selbst einzuschließen, rammte er sich dessen Seelenstein in die Stirn.

Damit begann seine eigene Verderbnis.

Aidan verließ Tristram und wurde später nur noch als der Dunkle Wanderer bekannt.

Während dieser Zeit begegnete er der Hexe Adria, die bereits seit Jahren nach verbotenem Wissen suchte. Was Aidan nicht wusste: Adria hatte sich Diablo verschrieben.

Aus ihrer Verbindung ging ein Kind hervor – Leah.

Und damit hatte Diablo bereits den Grundstein für seine spätere Rückkehr gelegt.

Tyrael zerschlägt den Weltenstein auf Berg Arreat, während die drei Brüder Diablo, Mephisto und Baal über der Ruine aufragen

1264–1265 AK

Die drei Brüder und der Weltenstein

Diablo II

Als Dunkler Wanderer zog Aidan nach Osten. Diablo gewann zunehmend die Kontrolle über seinen Körper und suchte seine Brüder.

Zunächst wurde Baal aus seinem Gefängnis befreit. Danach vereinigten sich Diablo, Baal und Mephisto erneut.

Eine Gruppe von Helden nahm ihre Verfolgung auf – über das Kloster der Jägerinnen, die Wüsten von Aranoch und den Dschungel von Kehjistan bis in die Brennenden Höllen selbst.

Mephisto und Diablo wurden besiegt. Ihre Seelensteine wurden an der Höllenschmiede zerstört.

Doch Baal entkam.

Er zog zum Berg Arreat, wo der Weltenstein verborgen lag, und schaffte es, das Artefakt zu verderben.

Tyrael sah keine Möglichkeit mehr, die Verderbnis aufzuhalten. Er schleuderte sein Schwert El'druin in den Weltenstein und zerstörte ihn.

Die Explosion erschütterte Sanktuario.

Damit verschwand nicht nur eines der mächtigsten Artefakte der Schöpfung. Auch der Einfluss, mit dem der Weltenstein über Jahrtausende die Macht der Menschheit gedämpft hatte, existierte nicht länger.

Die Folgen sollten sich erst Jahre später vollständig zeigen.

Deckard Cain und Leah studieren ein altes Buch, während Adrias Schatten und der Schwarze Seelenstein im Hintergrund erscheinen

Die folgenden zwanzig Jahre

Eine neue Generation

Nach der Zerstörung des Weltensteins versuchte Sanktuario, sich von den Verwüstungen zu erholen.

Deckard Cain, letzter bedeutender Bewahrer des Wissens der alten Horadrim, widmete sich zunehmend alten Prophezeiungen über ein bevorstehendes Ende der Tage.

Bei ihm lebte inzwischen seine Nichte Leah.

Sie wusste, dass ihre Mutter Adria eine Hexe aus Tristram gewesen war. Über ihren Vater und die wahren Umstände ihrer Geburt wusste sie jedoch kaum etwas.

Auch Adria war nicht verschwunden.

Im Verborgenen arbeitete sie weiter an Diablos Rückkehr.

Dabei stieß sie auf die Forschungen des abtrünnigen Horadrim Zoltun Kulle und dessen mächtigste Schöpfung: den Schwarzen Seelenstein – ein Artefakt, das im Gegensatz zu den alten Seelensteinen nicht nur einen einzelnen Dämon, sondern mehrere mächtige Wesen zugleich binden konnte.

Adria erkannte darin den Schlüssel zu Diablos endgültigem Plan.

Ein Erzengel stellt sich dem Prime Evil vor einer zerbrechenden Kathedrale entgegen

1285 AK

Das Prime Evil

Diablo III

Als erneut Dämonen in Sanktuario auftauchten, begann sich Deckard Cains Befürchtung vom nahenden Ende der Tage zu erfüllen.

Ein neuer Held – ein erwachtes Nephalem – schloss sich Cain und Leah an. Im Verlauf ihrer Reise begegneten sie auch Tyrael wieder, der seine Unsterblichkeit aufgegeben hatte und als Mensch für Sanktuario kämpfen wollte.

Nach Cains Tod setzte Leah seine Arbeit fort.

In Caldeum traf sie schließlich ihre lange verschollene Mutter Adria wieder. Diese behauptete, gegen die verbliebenen Dämonenfürsten kämpfen zu wollen, und führte die Gruppe auf die Spur des Schwarzen Seelensteins.

Mit seiner Hilfe wurden schließlich die Essenzen aller sieben Übel gesammelt.

Doch genau das war Adrias Absicht gewesen.

Sie offenbarte ihre Treue zu Diablo und enthüllte Leahs wahre Herkunft: Ihr Vater war Aidan gewesen – der Dunkle Wanderer, bereits von Diablo verdorben.

Leah war von Geburt an als zukünftiges Gefäß vorbereitet worden.

Adria übertrug die im Schwarzen Seelenstein gebundenen Essenzen aller sieben Übel auf ihre Tochter. Leah wurde dabei ausgelöscht, und Diablo kehrte zurück – nicht nur als Herr des Schreckens, sondern als Prime Evil, in dem die Macht aller sieben Aspekte Tathamets vereint war.

Diablo stürmte die Hohen Himmel und durchbrach selbst ihre Verteidigung.

Doch das erwachte Nephalem besiegte ihn.

Der Schwarze Seelenstein blieb zurück.

Und erneut erwies sich ein scheinbarer Sieg nur als Beginn der nächsten Katastrophe.

Malthael, der Engel des Todes, erhebt sich mit Sichelklingen über einer Ruinenstadt voller Geisterseelen

1286 AK

Der Engel des Todes

Reaper of Souls

Nach Diablos Niederlage sollte der Schwarze Seelenstein an einen Ort gebracht werden, an dem weder Himmel noch Hölle ihn erreichen konnten.

Doch Malthael, einst Erzengel der Weisheit, war verschwunden und als Engel des Todes zurückgekehrt.

Er nahm den Schwarzen Seelenstein an sich.

Malthael betrachtete die Menschheit nun selbst als Teil des dämonischen Problems. Da jeder Mensch das Erbe der Nephalem und damit auch dämonische Essenz in sich trug, wollte er diese vollständig aus Sanktuario entfernen.

Seine Kampagne kostete einen erheblichen Teil der menschlichen Bevölkerung das Leben.

Das Nephalem stellte sich ihm schließlich entgegen und besiegte ihn.

Im Kampf wurde jedoch auch der Schwarze Seelenstein zerstört.

Die darin gebundenen Essenzen der Übel wurden wieder freigesetzt.

Diablo und die anderen Dämonenfürsten waren erneut irgendwo in der Schöpfung.

Lilith erhebt sich über der brennenden Stadt, während der Wanderer Mephisto in Wolfsgestalt gegenübersteht

1336 AK

Das Zeitalter des Hasses

Diablo IV

Fünfzig Jahre später trägt Sanktuario noch immer die Narben dieser Katastrophen.

Kriege, Dämoneninvasionen und Malthaels Vernichtung haben die Bevölkerung drastisch reduziert. Die Hohen Himmel haben sich weitgehend von der Welt abgeschottet, die Horadrim sind nur noch ein Schatten ihres früheren Ordens.

In diesem Machtvakuum gewinnt die Kathedrale des Lichts erneut großen Einfluss. Sie verehrt Inarius, der nach langer Gefangenschaft in den Brennenden Höllen nach Sanktuario zurückgekehrt ist und überzeugt ist, durch einen Sieg über die Hölle seinen Platz im Himmel zurückerlangen zu können.

Zur selben Zeit verfolgt der ehemalige Horadrim Elias einen anderen Plan.

Er hält die geschwächte Menschheit für unfähig, die kommenden Gefahren zu überleben. Deshalb ruft er Lilith, die verbannte Miterschafferin Sanktuarios und Mutter der ersten Nephalem, zurück in die Welt.

Lilith sieht die Menschheit weder als Diener des Himmels noch der Hölle. Sie will sie von beiden Seiten unabhängig machen.

Doch ihre Vorstellung von Freiheit ist gnadenlos: Leid, Gewalt und Auslese sollen jene Menschen hervorbringen, die stark genug sind, ihr eigenes Schicksal zu bestimmen.

Ein Wanderer gerät durch Liliths Blut unfreiwillig in ihre Spur und schließt sich dem Horadrim Lorath Nahr und später der jungen Gelehrten Neyrelle an.

Während sie Lilith verfolgen, tritt noch eine weitere Macht auf den Plan.

Mephisto, Liliths Vater und Herr des Hasses, erscheint dem Wanderer zunächst in Gestalt eines blutigen Wolfs. Er bietet Hilfe gegen seine eigene Tochter an.

Nicht aus Mitgefühl.

Lilith plant, Mephistos geschwächte Essenz in der Hölle zu verschlingen und seine Macht an sich zu reißen.

Am Ende steht deshalb keine einfache Entscheidung zwischen Gut und Böse. Lilith erkennt durchaus, dass Sanktuario erneut zwischen Himmel und Hölle zerrieben werden könnte – doch ihre Antwort darauf macht Mitgefühl und Schwäche zu etwas, das überwunden werden muss.

Mephisto wiederum bekämpft sie nicht, um die Menschheit zu retten.

Der Herr des Hasses verfolgt seine eigenen Pläne.

Und er hat gelernt, geduldig zu sein.

Die bekannte Welt

Sanktuario jenseits der Chronik

Sanktuario ist kein einzelnes Reich, sondern eine ganze Welt – aus Kontinenten, Inseln und zahllosen Ländern, deren Grenzen sich mit jedem Krieg neu verschieben.

Die ältesten Karten zeigen zwei große Landmassen, getrennt durch die Zwillingsmeere. Im Westen liegen die alten Königreiche Khanduras, Entsteig und Westmark, die Wüste von Aranoch und die verwüsteten Länder um den Berg Arreat. Hier entstanden Tristram, die Horadrim-Legenden und viele der Geschichten, die den Westen bis heute verfolgen.

Die östliche Landmasse wird Estuar genannt. Sie reicht von den sturmgepeitschten Küsten Scosglens und den Pässen der Zersplitterten Gipfel über die Trockensteppe bis zu den Sümpfen Hawezars. Weiter südlich lagen die Machtzentren des einst gewaltigen Reiches Kehjistan; dahinter beginnen die dichten Urwälder Nahantus. Vor den Küsten liegen Inselreiche wie Skovos und Xiansai – eigenständige Kulturen, die sich nie völlig den Imperien des Festlands unterordneten.

Doch politische Linien bedeuten in Sanktuario wenig. Karawanen folgen uralten Straßen, Schiffe ringen mit unberechenbaren Meeren, und Siedlungen verschwinden schneller von einer Karte, als ein Gelehrter sie neu zeichnen kann. Zwischen den großen Städten liegen ungezählte Dörfer, Ruinen, Heiligtümer und Landstriche, in denen das Gesetz kaum weiter reicht als das Licht der letzten Laterne.

Landmassen
Die westlichen Reiche und Estuar
Dazwischen
Die Zwillingsmeere
Alte Mächte
Kehjistan, Khanduras und Westmark
Jenseits der Küsten
Skovos, Xiansai und unbekannte Länder
Atlas der Horadrim

Regionen bereisen

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Archiv der Horadrim · Sanktuario

Wesen, Monster und Gefahren

Zwischen den Städten und Königreichen der Menschen leben eigenständige Kulturen, gefürchtete Bestien und Wesen, deren Natur sich zwischen Leben, Fluch und Tod bewegt.

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Horadrisches Archiv

Völker, Fraktionen und Personen

Orden, Kulte und Schlüsselfiguren, deren Entscheidungen Sanktuario prägen – von den Horadrim über die Kathedrale des Lichts bis zu Lilith, Inarius und den Prim-Übeln.

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Der Stammbaum Sanktuarios

Von Anu und Tathamet über den Angiris-Rat und die Prim-Übel bis zu Inarius, Lilith und ihren Nephalem-Nachkommen: ein Blick auf die Abstammungslinien, aus denen Sanktuario und seine Bewohner hervorgingen.

Stammbaum Sanktuarios: von Anu und Tathamet über die Hohen Himmel und Brennenden Höllen bis zu Inarius, Lilith, Rathma, Nephalem und Menschen
Vereinfachte Abstammungslinie · Grenzen und Nebenlinien ohne Gewähr