Gerät das Gefüge dauerhaft aus der Balance, droht nicht nur Sanktuario, sondern letztlich die gesamte Schöpfung Schaden zu nehmen.

Kategorie
Philosophische Lehre
Auch bekannt als
Großer Kreislauf des Seins
Träger
Priester Rathmas
Zentrale Figur
Trag'Oul
Inhalt

Überliefert · nach Diablo Wiki (Fandom)

Das Gleichgewicht, auch als Großer Kreislauf des Seins bezeichnet, ist eine zentrale philosophische Lehre der Priester Rathmas.

Im Kern beschreibt es den Gedanken, dass die Schöpfung nur bestehen kann, solange gegensätzliche Kräfte einander ausgleichen. Dazu gehören vor allem Licht und Dunkelheit, aber ebenso Leben und Tod, Geburt und Erneuerung sowie Verfall und Verderbnis.

Gerät dieses Gefüge dauerhaft aus der Balance, droht nicht nur Sanktuario, sondern letztlich die gesamte Schöpfung Schaden zu nehmen.

Kapitel EinsLicht und Dunkelheit

Nach der Lehre des Gleichgewichts dürfen weder Licht noch Dunkelheit vollständig die Oberhand gewinnen. Ein von Dunkelheit beherrschtes Reich würde sich schließlich selbst verzehren. Eine Welt, in der ausschließlich das Licht herrscht, würde dagegen erstarren.

Für die Priester Rathmas bedeutet das nicht, dass Gut und Böse gleichwertig wären. Trag'Oul lehrte, dass das Gute das Böse überstrahlen solle – es dürfe dieses jedoch nicht vollständig auslöschen, da selbst das Gute ohne Gegenpol entarten könne.

Kapitel ZweiDie Lehre der Priester Rathmas

Die Priester Rathmas widmen ihr Leben der Bewahrung dieses empfindlichen Zustands. Für sie ist das Gleichgewicht kein abstraktes Ideal, sondern eine konkrete Ordnung, die aktiv geschützt werden muss.

Sie glauben, dass jede Seite der Schöpfung mit ihrer Gegenkraft verbunden ist. Wenn eine Macht zu stark wird, verschiebt sich das gesamte Gefüge. Ein Übergewicht der Dunkelheit würde die Menschheit der Herrschaft der Hölle ausliefern. Ein Übergewicht des Lichts würde ihrer Ansicht nach jedoch ebenso gefährlich sein und zu Stillstand sowie zum Verlust eigener moralischer Entscheidung führen.

Kapitel DreiJenseits von Gut und Böse

Die Priester betrachten ihr eigenes Handeln deshalb nicht in erster Linie als gut oder böse. Ihr Maßstab ist das Gleichgewicht selbst.

Sie unterstützen jene Kräfte, die nötig sind, um eine bestehende Verschiebung auszugleichen, unabhängig davon, ob diese von Außenstehenden als hell oder dunkel wahrgenommen werden. Ziel ist es, zu verhindern, dass Engel oder Dämonen zu großen Einfluss auf die Menschheit gewinnen.

Kapitel VierLeben und Tod

Das Gleichgewicht betrifft nicht nur Licht und Dunkelheit. Ebenso wichtig ist das Verhältnis zwischen Leben und Tod. Für die Priester Rathmas ist der Tod kein Fehler der Schöpfung und kein Zustand, der um jeden Preis verhindert werden muss. Er ist ein natürlicher Bestandteil des Kreislaufs.

Deshalb betrachten sie auch ihre eigene Nekromantie nicht als Widerspruch zum Gleichgewicht. Sie greifen in die Grenze zwischen Leben und Tod ein, versuchen aber nicht, den Tod grundsätzlich abzuschaffen. Die Handlungen eines Menschen zu Lebzeiten sind für sie ebenso bedeutend wie das, was mit seiner Seele nach dem Tod geschieht.

Kapitel FünfTrag'Oul als Mittelpunkt

Im Verständnis der Priester Rathmas steht Trag'Oul im Zentrum des Gleichgewichts. Er gilt als dessen Dreh- und Angelpunkt und war das erste Wesen, das die Natur des Gleichgewichts vollständig verstand.

Nach den Vorstellungen der Priester setzt sich die Aufgabe eines Wesens auch nach dem Tod fort. Die Seele verlässt die sterbliche Ebene und übernimmt in einer anderen Form eine neue Rolle innerhalb des großen Kreislaufs.

Kapitel SechsSchon kleinste Verschiebungen zählen

Die Priester glauben, dass selbst geringe Veränderungen Folgen haben können. Zahlen, Mengen und Verhältnisse spielen innerhalb ihrer Lehre eine Rolle, weil selbst kleine Abweichungen den großen Kreislauf beeinflussen können.

Aus ihrer Sicht kann schon ein scheinbar unbedeutendes Ungleichgewicht langfristig zu einer Katastrophe führen.

Kapitel SiebenEin Gleichgewicht der gesamten Welt

Das Prinzip beschränkt sich nicht nur auf Menschen, Engel oder Dämonen. Auch Tiere und die natürliche Welt Sanktuarios sind Teil dieses Gefüges.

Als die Menschheit durch Werkzeuge und Intelligenz immer mächtiger wurde, reagierte die Tierwelt der Überlieferung nach ebenfalls auf diese Verschiebung: Viele Kreaturen wurden leiser, schneller und tödlicher. Damit zeigt sich das Gleichgewicht als etwas, das alle Ebenen Sanktuarios erfasst.

Kapitel AchtAndere Vorstellungen des Gleichgewichts

Nicht nur die Priester Rathmas kennen vergleichbare Ideen. Andere Glaubensrichtungen deuten das Prinzip jedoch unterschiedlich.

Einige Gelehrte gehen davon aus, dass Licht und Dunkelheit einander automatisch ausgleichen. Wenn eine Seite neue Macht nach Sanktuario bringt, entsteht zugleich eine Gegenkraft, die diese Entwicklung ausbalanciert. Als Beispiel wird die Zeit der Dunklen Verbannung genannt: Mit dem Auftreten der Großen Übel entstand durch Tyraels Eingreifen zugleich der Orden der Horadrim, der ihnen entgegentreten konnte.

Kapitel NeunDer Mensch als ausgeglichenes Wesen

Einige Kreuzritter vertreten die Auffassung, dass Menschen selbst die ausgeglichensten Wesen der Schöpfung seien. Als Nachfahren der Nephalem tragen sie sowohl die Herkunft der Engel als auch jene der Dämonen in sich.

Dadurch vereinen sie Licht und Dunkelheit auf eine Weise, die weder Engel noch Dämonen besitzen.

Kapitel ZehnOrdnung und Chaos

Die Mönche von Ivgorod kennen ebenfalls eine Vorstellung vom Gleichgewicht. Bei ihnen geht es jedoch nicht um Leben und Tod, sondern um Ordnung und Chaos.

Ein guter Mönch soll beide Kräfte nutzen können, ohne sich einer von ihnen vollständig hinzugeben. Das Ziel ist auch hier nicht die Vernichtung eines Gegensatzes, sondern ein Zustand, in dem keine Seite den Menschen beherrscht.

Kapitel ElfAblehnung des Gleichgewichts

Nicht alle Mächte Sanktuarios teilen diese Philosophie. Malthael kannte das Konzept, sah darin jedoch keinen Wert. Für ihn besaß ausschließlich das Licht wirkliche Bedeutung.

Damit stand seine Sichtweise im direkten Gegensatz zur Lehre der Priester Rathmas, die gerade in einer solchen einseitigen Ordnung eine Gefahr sehen.

Kapitel ZwölfRathma und die Erkenntnis

Rathma beschäftigte sich bereits früh mit dem Kreislauf von Leben und Tod. Dabei erkannte er eine grundlegende Wahrheit: Die Mächte von Licht und Dunkelheit würden einander auf ewig bekämpfen – und beide Seiten stellten eine Gefahr für Sanktuario dar.

Diese Erkenntnis wurde zur Grundlage seiner Lehren und damit auch der späteren Aufgabe seiner Priester.

Kapitel DreizehnDas Gleichgewicht gerät ins Wanken

Die Priester Rathmas lebten stets mit der Furcht, dass das Gleichgewicht eines Tages verloren gehen könnte. Nach der Zerstörung des Weltensteins erhielten sie Vorzeichen eines kommenden Unheils und versuchten über Jahre hinweg, deren Bedeutung zu entschlüsseln.

Seit der Verdunkelung Tristrams gingen manche Philosophen davon aus, dass Sanktuario sich mit jedem Jahr weiter vom Gleichgewicht entfernte.

Kapitel VierzehnMalthael und der Bruch des Kreislaufs

Während des Endes der Tage wurde das Gleichgewicht erneut schwer gestört. Malthaels massenhafte Erweckung und Vernichtung der Toten griff unmittelbar in den Kreislauf von Leben und Tod ein.

Für die Priester Rathmas erfüllten sich damit jene düsteren Vorzeichen, vor denen sie lange gewarnt worden waren. Viele Nekromanten fielen Malthaels Streitkräften zum Opfer, bis der Nephalem schließlich den Engel des Todes besiegte.

Kapitel FünfzehnEine Aufgabe ohne Ende

Dem Gleichgewicht zu dienen bedeutet für die Priester Rathmas kein einmaliges Ziel. Es ist eine Aufgabe ohne Abschluss.

Solange Licht und Dunkelheit, Leben und Tod sowie Ordnung und Chaos gegeneinander wirken, muss auch ihr Verhältnis bewahrt werden. Für die Priester ist das Gleichgewicht deshalb kein Zustand, der endgültig erreicht werden kann. Es ist ein fortwährender Prozess. Und jede Generation muss ihren Teil dazu beitragen, dass Sanktuario nicht einer Seite vollständig anheimfällt.

Quellen
Diablo Wiki — Balance (Philosophy)
Bearbeitete & übersetzte Inhalte, CC BY-SA